500 Spiele, zwei Meisterschaften und ein Antrieb: „Ich will immer noch gewinnen“
Montag, 19. Oktober 2026 |

EHC Red Bull München: Patrick Hager hat 500 Spiele für die Red Bulls absolviert

500 Spiele, zwei Meisterschaften und ein Antrieb: „Ich will immer noch gewinnen“Hager als vierter München-Spieler im Club der 500// StoriesVor fast genau einem Jahr absolvierte Patrick Hager sein insgesamt 1.000 DEL-Spiel. Am vergangenen Sonntag in Nürnberg erreichte unser Kapitän den nächsten persönlichen Meilenstein: Er stand zum 500. Mal für die Red Bulls in der PENNY DEL auf dem Eis.
„Wir haben am Anfang unsere Torchancen nicht genutzt und hinten zu schlampig verteidigt“, lautete Hagers kurzes Fazit nach der 2:6-Niederlage bei den Ice Tigers. Prägnant, präzise und mal wieder auf den Punkt – auch in seinem 500. DEL-Spiel für den EHC Red Bull München.
Grafik Patrick Hager 500
Denn Hager geht auch mit inzwischen 38 Jahren nicht nur auf dem Eis, sondern auch abseits davon mit Leadership voran: mit klaren Worten, Haltung und der unbändigen Gier nach Siegen.
Eine Zahl, die für mehr steht als Spiele
Genau das ist es, was ihn auch in seiner insgesamt 20. DEL-Saison noch immer Tag für Tag motiviert. „Gewinnen, immer noch“, lautet seine Antwort auf die Frage nach seinem persönlichen Antrieb. „Einfach der Spaß mit den Jungs in der Kabine und sich mit den anderen Mannschaften zu messen – und um Titel zu spielen. Das ist das, was mich noch immer spielen lässt“, betont er.
Während manche Profis Tore, Vorlagen und Punkte zählen, zählt Hager anders. „Ich schaue überhaupt nicht auf solche Zahlen.“ Aber klar: 500 DEL-Spiele für die Red Bulls sind auch für ihn etwas Besonderes. „Es ist natürlich eine große Ehre, wenn man bei so einem Top-Club so lange spielen darf.“ Eine Zahl, die von Leistung und Beständigkeit erzählt – und ein Anlass, auf das zu schauen, was ihn bis dorthin gebracht hat.
Zitat Patrick Hager 500
Ein Start mit Meister-DNA
Als Hager im Mai 2017 in die bayerische Landeshauptstadt wechselte, kam er in eine Mannschaft mit großem Vertrauen in sich selbst. Die Red Bulls hatten gerade zweimal hintereinander die deutsche Meisterschaft gewonnen. Unser Team wusste, wie sich Erfolg anfühlt, und hatte einen Anspruch entwickelt, der weit über einzelne Siege hinausging.
Er erinnert sich: „Das war eine ganz besondere Erfahrung, in so eine Mannschaft reinzukommen, die zusammen schon so erfolgreich war.“ Und der Weg ging direkt weiter. Hager fand auf Anhieb seinen Platz, wurde zu einem wichtigen Puzzleteil und beendete sein erstes Jahr in München erneut mit dem Titel. „Das war damals ein super Start für mich.“ Es war ein Auftakt mit Symbolkraft. Hager war nun Teil einer Erfolgsgeschichte, die er in den folgenden Jahren selbst entscheidend mitprägen sollte.
Bild Patrick Hager 1. Spiel gegen Krefeld
Übrigens: In seinem ersten DEL-Spiel für die Red Bulls erzielte der Angreifer gleich ein Tor. Am 8. September 2017 traf er zum Saisonstart bei den Krefeld Pinguinen – und damit ausgerechnet an dem Ort, an dem 2007 seine DEL-Karriere begann.
Zwei Meisterschaften, zwei Geschichten
Jede Meisterschaft hat ihre eigene Dramaturgie. Für Hager war der Titelgewinn 2018 etwas Besonderes, weil er damals unmittelbar miterlebte, was uns auszeichnete: das Selbstverständnis, Spiele zu gewinnen. „Das Ganze mit dieser Gruppe und mit diesem Selbstvertrauen aufzusaugen, war schon speziell“, blickt er zurück.
2023 kam mit dem vierten Meistertitel unserer Historie ein weiterer Moment hinzu, der für ihn eine ganz eigene Bedeutung hatte. Ein Jahr zuvor unterlagen die Red Bulls in der Finalserie den Eisbären Berlin. Aber: Wir kehrten mit nahezu derselben Mannschaft zurück – und brachten die Geschichte gegen den ERC Ingolstadt diesmal zu Ende. „2023 war in der Hinsicht besonders, weil wir ein Jahr vorher so nah dran waren. Dann haben wir es mit der fast identischen Gruppe ein Jahr darauf geschafft.“
Es war mehr als ein Titel. Es war Genugtuung und der Beweis, dass eine Mannschaft aus einer Niederlage lernen und gestärkt zurückkommen kann. Und für Hager war es zugleich die erste deutsche Meisterschaft als Münchner Kapitän, nachdem er das Amt nach dem Rücktritt von Michael Wolf zur Saison 2019/20 übernommen hatte.
Viertes Mitglied im 500er-Club
Insgesamt ist Hager erst der vierte Spieler unserer Vereinsgeschichte, der die Marke von 500 DEL-Spielen für München erreicht hat. Vor ihm liegen nur noch Maxi Kastner (597), Konrad Abeltshauser (571) und Daryl Boyle (514).
In seinen nun 500 Einsätzen für unsere Farben im Eishockey-Oberhaus kommt Hagi auf 297 Scorerpunkte. Nur Yasin Ehliz liegt hier noch vor ihm (346). Auch bei den Toren (108, Platz drei) und Vorlagen (189, Platz zwei) ist der Routinier ganz vorne mit dabei. Blickt man nur auf die Playoffs, führt Hager unser Ranking mit 56 Zählern sogar an. Mehr noch: Mit 96 Punkten steht der gebürtige Stuttgarter, der das Eishockey-ABC in Rosenheim erlernte, auf Platz eins der ewigen DEL-Bestenliste.
Tore von Patrick Hager aus der aktuellen Saison 2026/27
// Highlights
Weiter ein Leistungsträger
Damit der Weg der Red Bulls auch in diesem Jahr so weit wie möglich geht, ist Hager auch in seiner zehnten Saison im Münchner Trikot weiterhin ein Eckpfeiler. In zehn Partien sammelte er bereits sieben Zähler (drei Tore, vier Assists). Bleibt er verletzungsfrei, steuert er auf die nächste 30-Punkte-Spielzeit zu – auch dank einer Schussquote von 14,3 Prozent. Nur Dominik Kahun zielt mit 16,1 Prozent noch genauer.
Zudem gewinnt Hager als Center starke 58 Prozent seiner Duelle am Bullypunkt und ist mit über 20 Minuten Eiszeit außerdem der Münchner Stürmer in unserem Kader, der am häufigsten in Unterzahl zum Einsatz kommt.
Der Anspruch hört niemals auf
Diese Zahlen belegen, dass der zweifache Familienvater vom Eishockey noch lange nicht genug hat. Schon gar nicht in so einem Umfeld. „Der Anspruch bei uns ist so hoch. Diesen jeden Tag zu erreichen oder sogar noch höher zu schieben, ist eine super Challenge. Und das macht es unglaublich einfach, mit viel Ehrgeiz zu spielen“, erklärt er. Denn Hager liebt den Wettbewerb. „Mir liegt das. Ich tue mich immer schwer mit Spielen, in denen es um die goldene Ananas geht.“
Abschließend bleibt nur noch die Frage nach den persönlichen Zielen. Die Antwort ist klar: „Ich will so viele Spiele wie möglich spielen. Das ist ein Zeichen, dass man gesund ist und noch auf dem Level ist, dass man aufgestellt wird. Und ich will noch Meisterschaften gewinnen.“ Die Jagd nach dem dritten Titel mit Red Bull München hat gerade erst begonnen.
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