
Dienstag, 23. Juni 2026 |
EHC Red Bull München: Neuzugang Lukas Klok im Interview
Lukas, wo erreichen wir dich gerade und wie verbringst du deinen Sommer?
Lukas Klok: „Ich bin gerade in meiner Heimat Šilheřovice (auf Deutsch: Schillersdorf). Das ist ein kleiner Ort in der Nähe von Ostrava, meinem Geburtsort. Eigentlich verbringen wir hier immer unseren Sommer und genießen das Zusammensein mit der Familie und Freunden. Dafür bleibt sonst während der Saison wenig Zeit – daher genießen wir das umso mehr.“
Du bist also nicht alleine…
Klok: „Nein, es ist tatsächlich gerade viel los und ziemlich hart (lacht). Meine Frau und ich sind nämlich vor zweieinhalb Wochen zum zweiten Mal Eltern eines kleinen Jungen geworden. Und unser jüngster Sohn wird Ende Juli auch erst zwei Jahre alt. Er wird seine ersten Schritte auf dem Eis im Trikot der Red Bulls gehen (lacht). Wir kommen also zu viert nach München.“
Was weißt du schon über deine neue Heimat?
Klok: „Ich war tatsächlich noch nie da und weiß noch nicht so viel. Aber ich habe schon gehört, dass München eine wunderschöne Stadt sein soll. Wir freuen uns schon sehr darauf, alles zu entdecken.“
Aber vom Oktoberfest hast du vermutlich schon mal gehört. Im Herbst wirst du es kennenlernen, versprochen…
Klok: „Natürlich, die ganze Welt kennt es (lacht). Einige Freunde aus Bern haben mir schon geschrieben, dass das Oktoberfest eine große Party ist. Ich bin schon ganz gespannt, wie das alles ablaufen wird.“
Mit zwei Kleinkindern bleibt als Familienvater vermutlich nicht viel Zeit für andere Dinge. Was machst du ansonsten gerne in deiner Freizeit?
Klok: „Ich interessiere mich für viele Sportarten. Ich spiele auch gerne Tennis im Sommer oder gehe gerne Angeln. Aber es stimmt: Viel Freizeit bleibt tatsächlich nicht mehr, ich bin ziemlich beschäftigt (lacht).“
Kommen wir zum Sport und zunächst einmal zu deinem Wechsel zu den Red Bulls. Wie lief das ab?
Klok: „Red Bull München hat einen großen Namen und gehört zu den Top-Teams in Europa. Jedes Jahr haben die Red Bulls das Ziel, die Meisterschaft zu gewinnen. Das war der Hauptgrund für mich, in München zu unterschreiben. Ich hatte auch einige andere Angebote, zum Beispiel aus der Schweiz. Aber da waren die Chancen auf den Titel nicht so groß.“
Hast du dich vor deiner Unterschrift mit Dominik Kahun oder Brady Ferguson über die Red Bulls ausgetauscht? Du hast ja mit beiden schon in der Schweiz und in Schweden zusammengespielt.
Klok: „Ja, ich habe vorher mit Dominik gesprochen. Er hat eine große Rolle für meine Entscheidung gespielt. Auch die Gespräche mit Neville Rautert (Managing Director Sports EHC Red Bull München), Head Coach Oliver David und Christian Winkler (Managing Director Sports Red Bull Eishockey) waren sehr gut. Er hat mir viel über die ganze Organisation in München und Salzburg erzählt. Danach war ich hochmotiviert und wollte unbedingt Teil der Red Bulls werden.“

Kennst du bereits weitere Spieler aus unserem Team?
Klok: „Gegen Ville Pokka habe ich schon in der KHL und mit der Nationalmannschaft gespielt. Die anderen Jungs kenne ich bisher nur aus dem Fernsehen.“
Du bist in Ostrava geboren, aber neben deiner tschechischen Staatsbürgerschaft verfügst du auch über einen deutschen Pass. Wie kam es dazu?
Klok: „Die Oma und der Opa meines Vaters, also meine Urgroßeltern, sind zwar in Tschechien geboren, aber später nach Bottrop in die Nähe von Essen gezogen. Dort haben sie lange Zeit gelebt. Als der Krieg ausbrach, zogen sie nach vielen Jahren zurück nach Schillersdorf. Und Schillersdorf, also meine Heimat nahe Ostrava, gehörte damals zu Deutschland. Deswegen habe ich auch einen deutschen Pass.“
Beim Blick auf deine Karriere fällt auf, dass du schon in sechs europäischen Top-Ligen gespielt hast. Wo war es am schönsten?
Klok: „Das ist nicht leicht zu beantworten. Vielleicht in Finnland, weil ich dort 2021 mit Lukko Rauma den Meistertitel gewonnen haben. Solche Erinnerungen sind einfach am schönsten und intensivsten. Also ja: Deshalb würde ich die Zeit in Finnland wählen.“
Ein besonderes Ereignis war sicher auch die Teilnahme an den Olympischen Winterspiele 2022 in Peking mit der tschechischen Nationalmannschaft.
Klok: „Ja, die Teilnahme an Olympia war auch ein Highlight in meiner Karriere. Die Nominierung dafür war sicher mein bislang größter Erfolg.“
Mit der PENNY DEL wartet nun wieder eine neue Herausforderung in einer neuen Liga auf dich. Wie schätzt du die Liga ein?
Klok: „Ich habe noch nicht so viele Erfahrungen mit der PENNY DEL gemacht. Aber ich erinnere mich, dass ich vor vielen Jahren mal mit meinem Heimatverein HC Vitkovice in der Champions League gegen die Adler Mannheim gespielt habe. Das war damals ein sehr schnelles Spiel mit vielen Zweikämpfen und guten Schlittschuhläufern. Es ist eine Zeit her, aber so eine Art Eishockey erwarte ich jetzt auch wieder.“
Abschließend: Auf welche Art von Verteidiger dürfen wir uns freuen?
Klok: „Ich würde mich als Zwei-Wege-Verteidiger beschreiben. Ich habe einen ganz guten ersten Pass und spiele gerne auf den Körper. Ich denke, dass ich ein Spiel ganz gut lesen kann. Außerdem versuche ich, einfach smart zu spielen und gut in meiner Position zu bleiben. Viel Show wird man von mir dafür aber eher nicht sehen (lacht).“

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