
Donnerstag, 26. März 2026 |
EHC Red Bull München: Veit Oswald meldet sich nach Verletzung zurück
Playoffs sind kein Schonprogramm. Hohe Intensität, jeder Zweikampf hart, jedes Detail wichtig. Das erste Viertelfinalduell mit den Panthern hat gezeigt: In dieser Serie müssen die Red Bulls – vor allem physisch – bis an ihre Grenzen gehen. Zum Start dieser wochenlangen Ausnahmesituation kehrt Oswald aus seiner Verletzung zurück.
In seinem ersten Einsatz nach der Pause kam er bereits auf beachtliche 13 Minuten Spielzeit. Mit ihm auf dem Eis erspielten wir uns 21 unserer insgesamt 43 Torschüsse – also nahezu die Hälfte. Das unterstreicht: Oswald war sofort wieder ein belebendes Element in unserer Offensive, mit Tempo und Präsenz im Angriffsdrittel.
Sonderlob vom Trainer: „Veit war großartig“
Trainer Oliver David war nach dem Spiel beeindruckt von der Art und Weise, wie unsere Nummer 27 zurückkam. Er betonte, es habe „nicht so ausgesehen, als wäre er lange weg gewesen“, und lobte vor allem seine Beweglichkeit und Spielpräsenz. Dass Oswald in der Schlussphase sogar im 6-gegen-5 auf dem Eis stand und gleich eine gute Chance hatte, war für David ein klares Zeichen: „Weder mental noch physisch habe ich Probleme bei ihm erkannt. Er war großartig. Es ist gut, ihn wieder dabei zu haben.“
Pressekonferenz: EHC Red Bull München vs. ERC Ingolstadt (24.03.2026)
// DEL - INTERVIEW
Gleichzeitig rückte der Coach auch jene in den Vordergrund, die im Hintergrund an diesem Comeback mitgearbeitet haben. Das Red Bull Athlete Performance Center im österreichischen Thalgau, in dem Oswald große Teile seiner Reha absolvierte, aber auch unsere Physiotherapeuten und das gesamte Off-Ice-Team hätten, so David, „einen außergewöhnlichen Job gemacht“.
Vom Olympia-Frust zur Reha-Fokussierung
Die Vorgeschichte macht dieses Comeback noch ein wenig emotionaler. Vor seiner Verletzung war Oswald mit zwölf Punkten aus den vorangegangenen zehn Spielen der formstärkste deutsche Stürmer in der PENNY DEL. Folgerichtig wurde der Münchner Angreifer zur Vorbereitung des DEB-Teams auf die Winterspiele in Mailand ins Olympia-Camp eingeladen.
„Ich finde, es gibt keinen günstigen Zeitpunkt für eine Verletzung“, sagt er rückblickend. Gerade im Hinblick auf Olympia war der Einschnitt allerdings hart. Besonders weh tat ihm, wie nah er dem Traum bereits war. Oswald: „Ich hatte schon meine Team-Kleidung, war beim ersten Treffen mit der Mannschaft und habe die Reisepläne für Mailand bekommen. Die Teilnahme dann nur wenige Tage vorher absagen zu müssen, ist natürlich schon sehr bitter.“
Die ersten ein, zwei Tage beschreibt der 21-Jährige als mental sehr schwierig: Enttäuschung, Frust, viele Gedanken. Doch daraus entwickelte er schnell eine neue Ausrichtung. Ihm habe es „sehr weitergeholfen, sich voll auf die Reha zu fokussieren“, statt zu lange dem Verpassten hinterherzutrauern.

Reha im APC – Grundlage für den starken Einstieg
Entscheidend für sein schnelles und starkes Comeback war die Arbeit im Red Bull Athlete Performance Center in Thalgau. Dort legte Veit den Grundstein für seine Rückkehr. „Ich war im APC nahe Salzburg, also in dem Reha-Zentrum von Red Bull. Die haben einen super Job gemacht. Ich glaube, ohne die Leute vor Ort – oder generell ohne Red Bull – würde ich jetzt noch gar nicht am Eis stehen.“
Nach der nötigen Ruhephase zu Beginn der Verletzung verlagerte sich sein Fokus auf Kraft, Kondition und Stabilität. Er habe versucht, „nicht so viel Rückstand zu bekommen“, körperlich wie athletisch. Dass er im ersten Spiel direkt so viel Tempo und Stabilität zeigen konnte, ist das Resultat dieser konsequenten Arbeit – gemeinsam mit unseren medizinischen Betreuern, Physios und Performance-Coaches.
„Es hat sich nicht so angefühlt, als wäre ich so lange raus gewesen“
Das Lob des Trainers freut ihn, auch persönlich zieht er ein insgesamt positives Fazit: „Das ist natürlich schön zu hören. Es hat sich für mich selber auch nicht so angefühlt, als wäre ich so lange raus gewesen.“ Dabei zog der Angreifer einen Vergleich zum ersten Spiel nach der Sommerpause.
Highlights: EHC Red Bull München vs. ERC Ingolstadt (24.03.2026)
// DEL - HIGHLIGHTS
Im Vergleich zum ersten Spiel im August sei der Einstieg deutlich leichter gefallen. Normalerweise brauche er beim ersten Mal auf dem Eis im Sommer etwas Zeit, bis er wieder reinkommt. Jetzt aber sei er rausgefahren und habe sich sofort wohl gefühlt.
Einen wichtigen Grund sieht er darin, dass er die ganze Zeit im Umfeld des Teams geblieben ist: „Die Spiele und Trainings hier anzuschauen und dass die Jungs um mich herum waren, hat mir auch sehr geholfen.“ Das starke Zusammenspiel auf und neben dem Eis ist trotz der zweimonatigen Pause unverändert.
Oswald sieht noch „Luft nach oben“
Trotz des gelungenen Comebacks sieht Oswald bei sich selbst aber auch noch Steigerungspotenzial: „Ich war natürlich schon happy, dass ich wieder am Eis stehen kann. Ich glaube aber schon, dass noch Luft nach oben ist. Die Playoffs sind nun mal nicht die Hauptrunde. Da geht es brutal zur Sache.“
Vor dem zweiten Viertelfinalspiel gegen Ingolstadt am Freitag (19:30 Uhr) verspricht der 21-Jährige: „Ich glaube, ich gewöhne mich schnell dran - und werde mein Bestes geben!“ Daran hegt spätestens nach deinem Comeback am Dienstag auch niemand einen Zweifel, Veit.

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