
Montag, 19. Januar 2026 |
Tobias Rieder will Olympia in vollen Zügen genießen und performen
Vorweg die wichtigste Frage: Comeback am Freitag und am Sonntag auch viel Spielzeit. Wie fühlst du dich nach den ersten beiden Spielen?
Tobias Rieder: „Ich habe von der Verletzung in beiden Spielen gar nichts gemerkt, was ein sehr gutes Zeichen ist. Ich bin nach so einer langen Verletzungspause natürlich noch ein bisschen vorsichtig, aber zwei Einsätze ohne irgendwelche Probleme stimmen mich sehr positiv. Ich bin wieder drin und fühle mich gut.“
Mit einem Treffer am Freitag lief es ja auch nicht so schlecht für dich.
Rieder: „Man weiß nie, wie es nach mehreren Wochen Pause unter echten Spielbedingungen läuft. Nach vier oder fünf Minuten ein Tor zu schießen, war natürlich der perfekte Start für mich. Ich habe da schon hohe Ansprüche an mich – dementsprechend war das ein toller Moment.“
1:0 | Comebacker Tobias Rieder meldet sich zurück
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Wochenlange Pause und durch die Olympia-Teilnahme der NHL-Stars gibt es nur wenig Platz im Kader: Wie überrascht warst du selbst, als der Anruf von Bundestrainer Harold Kreis kam?
Rieder: „Ich bin ganz gut in die Saison gestartet und war da schon ein wenig im Austausch mit dem Coach. Als ich mich dann verletzt habe, bin ich selbst auf Harry und Christian Künast (DEB-Sportvorstand) zugegangen. Ich wollte fragen, wie meine Chancen stehen, um zu wissen, wie wir in der Reha gegebenenfalls zusammenarbeiten können. Das haben wir dann auch gemacht. Ein paar Tage vor Weihnachten kam dann der Anruf, dass ich dabei bin. Natürlich war ich auch ein bisschen überrascht, weil ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht fit war. Es ist eine große Ehre und Wertschätzung und ich bin sehr froh, dass ich die Chance nochmal bekomme.“
Wie du schon sagst: „Die Chance nochmal bekommen“. Du warst vor vier Jahren auch in Beijing dabei. Damals war das Ganze noch so ein bisschen Corona-geprägt. Worauf freust du dich bei diesen Winterspielen am meisten?
Rieder: „Irgendwie auf absolut alles (lacht). Ich würde mir am liebsten so viele Events wie möglich als Fan anschauen. Mich interessiert wirklich, wie groß der Unterschied zu den Spielen 2022 ist. Ich will es einfach in vollen Zügen genießen, so viel wie möglich mitmachen, andere Events sehen - und natürlich selbst auch gut performen.“

Hast du schon mal geschaut, welche Veranstaltungen in euren Terminplan passen? Fabio Wagner hat uns erzählt, dass Eisschnelllauf sich für euch anbieten könnte.
Rieder: „Alles, was in den Eishallen stattfindet, kommt für uns schonmal in Frage.Das haben wir in Peking auch schon so ähnlich gemacht. Die Ski-Events in Cortina sind leider relativ weit weg. Am Ende wird unser Tagesablauf entscheiden, welche Events gerade gelegen kommen. Die meisten Sportarten sieht man nicht tagtäglich – schon gar nicht live. Deshalb würde ich mir am liebsten alles anschauen.“
Habt ihr auch die Gelegenheit, euch die Stadt abseits der Events anzuschauen? Warst du schon mal in Mailand?
Rieder: „Na klar war ich schonmal in Mailand.Aber zum Schüleraustausch in der vierten Klasse (lacht). Ich kann mich also nicht mehr so gut daran erinnern. Meine Frau und mein Kind werden auch für eine Woche nach Mailand reisen – mit ihnen würde ich natürlich auch gerne die Stadt genießen. Aber auch da werden wir vieles kurzfristig entscheiden.“
Deine Reha ist abgeschlossen und du stehst wieder auf dem Eis. Bereitest du dich jetzt speziell auf Olympia vor oder gibt der Liga-Alltag bis dahin das gar nicht erst her?
Rieder: „Wir müssen immer topfit sein und an unsere Grenzen gehen. Das gilt für Olympia nicht anders als für die DEL. Es wird sich auf jedes Spiel zu 100 Prozent vorbereitet, das geht dann nahtlos über auf Olympia. Entsprechend sieht die Vorbereitung nicht unbedingt anders aus.“

Hast du mit dem Bundestrainer schon darüber gesprochen, welche Rolle du im Team einnehmen sollst oder welche Reihenkonstellationen sich anbieten?
Rieder: „Nein, darüber haben wir noch nicht gesprochen. Das passiert vermutlich auch erst während der Vorbereitung im Olympia-Camp in Bozen.“
Unabhängig davon, dass in diesem Jahr alle NHL-Stars dabei sind, ist und bleibt Olympia das größte Sportevent der Welt. Was ist für dich als Sportler das Außergewöhnliche daran?
Rieder: „Die besten Sportler der Welt aus allen möglichen Disziplinen kommen zusammen. Ich glaube, das macht es so besonders. Es nicht ‚nur‘ eine Eishockey-WM oder ein Ski-Weltcup. Die Weltbesten aus dem ganzen Wintersport sind in einer Stadt. Deshalb freue ich mich auch sehr auf die Zeit im olympischen Dorf. Man lernt andere Sportler kennen, tauscht sich aus und kann auch andere Sportarten vor Ort verfolgen. Das macht es zum größten Event, das man als Sportler miterleben kann.“
Viel Spaß und viel Erfolg, Tobi!

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