
Freitag, 04. September 2026 |
Warrior Cup - Vorschau: Red Bull München trifft auf Gastgeber ESV Kaufbeuren
Unsere Form
Mit dem Turniersieg beim Südtirol Summer Classic am vergangenen Wochenende in Bozen holten die Red Bulls nicht nur den ersten kleinen Titel der Saison, sondern stellten auch ihre starke Frühform unter Beweis. Und es scheint, dass uns vor allem der Schlussabschnitt bislang ganz besonders liegt.
Sowohl beim 4:2-Sieg gegen das Schweizer Top-Team Lausanne HC als auch im Finale gegen Bozen (2:1-Erfolg) setzten unsere Jungs im dritten Drittel zur Aufholjagd an und zogen enge Spiele so auf ihre Seite. Zur Erinnerung: Bereits gegen Linz (5:2) und Pardubice (3:2) vor einigen Wochen war dies der Fall. „Wir bleiben auch unter Druck ruhig und verlieren unsere Struktur nicht. So geben wir uns immer die Chance, Spiele noch zu drehen“, erklärt Oliver David die Comeback-Siege.
Festzuhalten bleibt außerdem, dass wir bisher in fünf Testspielen nach 60 Minuten noch ungeschlagen sind und nie mehr als zwei Gegentore hinnehmen mussten. Darauf lässt sich definitiv aufbauen. „Wir haben unsere Spielidee schon gut umgesetzt und die neuen Spieler finden immer besser rein“, zieht unser Cheftrainer ein erstes positives Fazit. „Jetzt geht es darum, weiter an der Chemie auf dem Eis zu arbeiten.“
Unsere Mannschaft reist übrigens mit guten Erinnerungen zum Warrior Cup. Im Vorjahr gewann München das Turnier. Erst setzten wir uns mit 5:2 gegen den Glasgow Clan durch, im Finale gelang ein 3:2-Erfolg gegen die Nürnberg Ice Tigers.
Highlights: HC Bozen vs. EHC Red Bull München (30.08.2026)
// HIGHLIGHTS
Der Gegner
Die nächste Gelegenheit, an den Feinheiten zu arbeiten, bietet sich gegen den ESV Kaufbeuren. Die Allgäuer unterlagen als Tabellenletzter in den letztjährigen Playdowns der DEL2 gegen die Blue Devils Weiden (2:4) und mussten damit den bitteren Gang in die Oberliga antreten. Vor allem die anfällige Defensive (204 Gegentore, Negativwert) war ein echtes Problem.
Doch dies ist abgehakt, die Zeichen stehen auf sofortigen Wiederaufstieg. Mit Sebastian Buchwieser wurde der „DEL2-Trainer des Jahres 2025“ verpflichtet, der 46-jährige Garmisch-Partenkirchenersoll ein Spitzenteam formen. Dafür wechselten im Sommer etwa mit Verteidiger Max Renner (zuletzt Augsburger Panther) und Stürmer Andrew Yogan (Dresdner Eislöwen, 13 Zähler) zwei Spieler zum ESVK, die in der letzten Saison noch in der PENNY DEL aktiv waren.
In der Vorbereitung absolvierten die Joker bisher zwei Vergleiche gegen den DEL2-Aufsteiger ECDC Memmingen (6:5-Sieg nach Penaltyschießen, 1:5-Niederlage).
Das Duell
Gegen Kaufbeuren wollen unsere Jungs die Scheibe gut laufen lassen, weiter an der Chancenverwertung arbeiten und so ihre Überlegenheit auch in Tore ummünzen. Die Joker werden dagegen versuchen, Nadelstiche zu setzen und über Konter zum Erfolg zu kommen. „Außerdem wollen wir unseren sechswöchigen Plan für die Saisonvorbereitung weiter bis zum Ende umsetzen. Unser Fokus liegt darauf, uns körperlich und mental auf den DEL-Start gegen Mannheim vorzubereiten“, betont unser Head Coach.

Dafür dient auch die zweite Partie am Tag danach – entweder gegen die Belfast Giants oder den HC Ambri-Piotta. Beide Teams bestreiten direkt vor uns das erste Halbfinale und treffen dann je nach Ausgang der jeweiligen Partien am Sonntag auf die Red Bulls.
Belfast spielt in der britischen Elite Ice Hockey League (EIHL) und zog dort in der vergangenen Saison als Spitzenreiter in die Playoffs ein. Dort schied das Team von Ex-Profi und Trainer Adam Keefe aber bereits im Viertelfinale gegen den Glasgow Clan aus. Top-Scorer wurde in Mike Lee ein Verteidiger (13 Tore, 39 Assists). Der US-Amerikaner wurde sogar punktbester Defender der Liga und zieht auch weiterhin das Offensivspiel des dreifachen britischen Meisters auf.
In der Schweizer Top-Liga unterwegs ist der HC Ambri-Piotta – vor allem bekannt für seine heißblütigen Fans. Dort sicherten Trainer Jussi Tapola, der als Assistenzcoach mit Finnland in diesem Jahr Weltmeister wurde, und sein Team in der zurückliegenden Spielzeit nach Rang 13 in der Hauptrunde in den Playouts den Klassenerhalt. Die Nordtessiner setzten sich in vier Spielen (4:0) souverän gegen den HC Ajoie durch – der versöhnliche Schlussstrich einer turbulenten Saison.
Während der gefährlichste Stürmer Chris DiDomenico (41 Punkte) den Verein bereits im März verließ, ist Nate Schnarr neu an Bord. Der Kanadier kam von den Kölner Haien und überzeugte dort zuletzt mit 44 Zählern in der PENNY DEL. Auch der Tscheche Petr Kodýtek (kam von HIFK Helsinki) bringt Scoringpower mit. Die beiden wichtigsten Spieler sind aber die zwei Verteidiger Jesse Virtanen (aktuell verletzt) und der schwedische Nationalspieler Tim Heed. Beide nehmen enorm viel Eiszeit.
Spieler im Fokus
Mit dem späten Ausgleichstor und der Vorlage zum Siegtreffer durch Markus Eisenschmid hatte Yasin Ehliz zuletzt gegen Bozen entscheidenden Anteil am Gewinn des Südtirol Summer Classic. Unsere Nummer 42 (bereits drei Tore in der Vorbereitung) initiierte zudem viele weitere Offensivaktionen und war einer der Aktivposten bei der Münchner Aufholjagd. Das Zusammenspiel mit Dominik Kahun und Jeremy McKenna funktioniert immer besser.

Zahlen und Fakten
Die Duelle zwischen München und Kaufbeuren hatten zu gemeinsamen Zweitligazeiten eine lange Tradition. Zwischen 2005 und 2010 trafen beide Teams 14-mal aufeinander. Acht Partien gingen an uns, sechsmal behielten die Wertachstädter die Oberhand.
Spieltagsinfos
Zum Warrior Cup 2026 öffnet erneut die Energie Schwaben Arena in Kaufbeuren ihre Türen, die Platz für gut 3.000 Zuschauer bietet. Tagestickets sind hier erhältlich oder an den Tageskassen vor Ort.
Außerdem werden alle Partien im kostenpflichtigen Livestream auf SpradeTV übertragen – und natürlich sind wir wie gewohnt im Liveblog auf unserer Website mit dabei.

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