Ausnahmezustand Playoffs: Was die „geilste“ Zeit so besonders macht
Montag, 23. März 2026 |

EHC Red Bull München: Unterschiede zwischen Playoffs und DEL-Hauptrunde

Ausnahmezustand Playoffs: Was die „geilste“ Zeit so besonders machtJetzt noch Tickets für Spiel 1 sichern// AKTUELLESPlayoff-Zeit, „geilste“ Zeit! Die kommenden Wochen werden vor allem intensiv, emotional und in einigen Punkten anders als die letzten Monate der gesamten Hauptrunde – sowohl auf dem Eis als auch daneben.
Playoffs – für Eishockey-Fans und Profis eine Ausnahmesituation. Der Alltag tritt in den Hintergrund, alles dreht sich um Spiele im Zwei-Tage-Takt. Für unsere Jungs bedeutet diese Phase, noch schneller zu sein, noch härter zu schießen, jeden Zweikampf anzunehmen und die Intensität auf das Maximum nach oben zu schrauben. Und für unsere Fans heißt das, sich auf ein paar Neuerungen einzustellen.
„Shake Hands“ erst am Schluss
Obligatorisch in der Hauptrunde ist das „Shake Hands“ zwischen beiden Mannschaften nach dem Ende eines jeden Spiels - unabhängig davon, wie hitzig es davor auf dem Eis zuging. In den Playoffs entfällt diese Geste zunächst und findet erst nach Abschluss einer Serie statt. Dann kommen beide Teams inklusive Trainer und Staff zusammen, um sich gegenseitigen Respekt zu zollen.
Diese besondere Tradition in unserem wunderbaren Sport steht sinnbildlich dafür, dass trotz aller Härte und Intensität der Einsatz und die Hingabe des Gegners gewürdigt werden. Schließlich ist und bleibt es am Ende des Tages doch „nur“ ein Spiel.
Grafik Playoff-Motto "WE RUN THIS TOWN"
Gefeiert wird später
Sollten wir am 24. März im ersten Viertelfinale gegen den ERC Ingolstadt mit einem Sieg starten, wundert euch nicht, dass unsere Jungs direkt nach der Partie keine „Humba“ vor der Fankurve anstimmen werden. Und unsere Goalies werden auch nicht tanzen. Vermutlich werden die Red Bulls nach einem kurzen Gruß sofort in die Kabine fahren. Schließlich beginnt bereits ab da die Vorbereitung auf das nächste Duell zwei Tage später.
Auch das gemeinsame Feiern mit den Fans gehört in den Playoffs erst ans Ende einer Serie - erstmals im besten Fall also, wenn wir das Halbfinale perfekt gemacht haben. Den Fans wiederum ist das Feiern nicht untersagt. Wenn ihr live im SAP Garden dabei sein wollt, habt ihr dazu noch die Chance. Zwar ist Spiel 3 der Viertelfinalserie am nächsten Sonntag (19:00 Uhr) bereits ausverkauft, für das Spiel am Dienstag (19:00 Uhr) gibt es jedoch noch Tickets. Also: Sichert euch jetzt noch Karten und seid dabei, wenn wir in die heißeste Phase der Saison starten.
„Sudden Death“ entscheidet
Steht es nach 60 Minuten Unentschieden, gibt es in den Playoffs keine fünfminütige Verlängerung samt Penaltyschießen mehr. Stattdessen wird das Eis neu aufbereitet und im Anschluss wird weiter Fünf-gegen-Fünf gespielt. In weiteren „Dritteln“ von je 20 Minuten wird so lange gespielt, bis eine Mannschaft trifft und damit gewinnt. Heißt für euch: Bringt am besten viel Zeit mit zu unseren Spielen. Denn daraus können ganze Nachtschichten werden.
Das bis heute längste DEL-Spiel der Geschichte war übrigens das dritte Viertelfinal-Duell vom 22. März 2008 zwischen den Kölner Haien und den Adler Mannheim. Der Ex-Münchner Philip Gogulla traf damals in der sechsten Overtime nach 168 Minuten und 16 Sekunden kurz nach Mitternacht zur Entscheidung für die Domstädter.
Kurios: Aufgrund der enormen Länge des Spiels wurden die Spieler in den Pausen mit Pizza und Energieriegeln aus nahegelegenen Tankstellen versorgt, um die Energiespeicher wieder aufzufüllen. Ihr seht: Auch das macht die Playoffs aus.
Highlights: EHC Red Bull München vs. ERC Ingolstadt (25.02.2026)
// DEL - HIGHLIGHTS
Begleitung durch einen Serienmanager
Außerdem wird jede Playoffserie von einem Serienmanager begleitet – meist ein ehemaliger Aktiver, der als neutrales Bindeglied zwischen dem Schiedsrichterwesen und den beiden beteiligten Teams auf und neben dem Eis fungiert.
Er ist bei jeder Partie anwesend und steht im engen Austausch mit der Liga, um ggf. bei Unstimmigkeiten schnelle Lösungen liefern zu können. Gemeinsam mit einem Schiedsrichter-Coach analysiert er Spielszenen am Bildschirm.
Um die Neutralität zu wahren, kommuniziert der Serienmanager ausschließlich mit den sportlichen Leitern und nicht mit den Cheftrainern.
Wer rasiert, der fliegt!
Playoffs sind auch die Phase einer Saison, in welcher Kinder ihre Väter kaum wiedererkennen und Frauen ihre Männer ungewohnt rau empfinden. Denn viele Profis sind so abergläubisch, dass sie sich die gesamte Zeit über nicht mehr rasieren. Der Playoff-Bart im Eishockey ist nicht nur ein Symbol für Stärke, Teamgeist und Durchhaltevermögen, vielmehr ist er ein Gesetz. Wir vermuten Mal, dass Ryan Murphy in der Kategorie „bester Playoff-Bart“ in unserem Team weit vorne landen dürfte.
Playoff-Logo 2025/26
Zurück geht die Regel offiziell auf die zwei früheren NHL-Spieler der New York Islanders Stefan Persson und Anders Kallur, die den Bart im April 1980 in der besten Liga der Welt einführten. Mit Erfolg: Die Islanders gewannen damals vier Stanley Cups nacheinander.
Als Pionier der Gesichtsbehaarung im Eishockey gilt allerdings Derek Sanderson, der als Stürmer der Boston Bruins bereits in den 70er-Jahren einen Bart in den Playoffs trug.
Nur fliegen ist schöner
Um die kurzen Pausen zwischen den Spielen optimal zu nutzen, reisen viele Teams in den Playoffs – wenn möglich und von der Entfernung her sinnvoll – mit dem Flugzeug. Das spart viel Zeit, reduziert den Reisestress und ermöglicht eine bessere Regeneration. Im eigenen Bett schläft es sich meist erholsamer als im Bus oder im Hotel und in vertrauter Umgebung lassen sich die Akkus schneller aufladen. Gerade in langen Serien kann das ein entscheidender Vorteil sein.
Nicht umsonst gilt in den Playoffs: „Eat, Sleep, Hockey, Repeat!“
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