
Donnerstag, 12. März 2026 |
EHC Red Bull München: Verteidiger Alberts Smits im Interview
Zunächst noch einmal offiziell: willkommen in München. Erst Olympia, dann der Wechsel nach Deutschland. Das waren aufregende Wochen für dich.
Alberts Smits: „Definitiv. Olympia war eine ganz neue Erfahrung für mich. Aber ich bin zufrieden, wie ich gespielt habe und es war eine tolle Zeit. Danach bin ich erstmal zurück nach Finnland geflogen und dachte eigentlich, dass ich den Rest der Saison für Jukurit spiele. Wir haben dann gemeinsam ziemlich schnell entschieden, dass ich die Spielzeit in München beende. Und bisher gefällt es mir sehr gut hier.“
Obwohl du vermutlich noch nicht sonderlich viel Zeit hattest, die Stadt zu entdecken.
Smits: „Das stimmt. Mein Fokus liegt aktuell voll auf Eishockey. Aber die Leute hier sind alle sehr nett. Ich genieße die professionelle Arbeit hier.“
Nach deinem Debüt gegen Augsburg bist du zunächst krankheitsbedingt ausgefallen. Hast du die Zeit genutzt, um dir unsere Spiele anzuschauen und unsere Art, Hockey zu spielen, besser zu verstehen?
Smits: „Mein wichtigstes Ziel war es, schnell gesund zu werden. Aber natürlich habe ich die Spiele geschaut und gehofft, dass wir gewinnen. Nur zuschauen zu können war aber hart für mich. Jetzt spreche ich viel mit den Trainern über die Taktik und versuche, meine Rolle auf dem Eis auszufüllen.“
Du bist mit gerade einmal 14 Jahren von Lettland nach Finnland gegangen. Wie kam es zu der Entscheidung, dein Leben schon so früh dem Eishockey zu verschreiben?
Smits: „Es war keine einfache Entscheidung, aber es war eine der Entscheidungen, die ich treffen musste, um meinen Traum erfüllen zu können. Natürlich war es zuerst nicht einfach, aber dann habe ich mich schnell daran gewöhnt und früh schon viel für das Leben gelernt. Rückblickend hat es mir in der Entwicklung viel geholfen. In meinem Leben wird Hockey immer im Mittelpunkt stehen.“

Wie hat deine Familie die Entscheidung aufgenommen?
Smits: „Natürlich war es auch für sie nicht leicht, dass ich von zu Hause weggegangen bin. Aber sie haben mich unterstützt und kamen oft zu Besuch. Das hat alles ein bisschen leichter gemacht. Für mich ist es mittlerweile völlig normal geworden, dass ich allein lebe.“
Du hast schon gesagt, dass es dir geholfen hat, deine Persönlichkeit zu entwickeln. Hat diese frühe Unabhängigkeit dich auch zu einem besseren Eishockeyspieler gemacht?
Smits: „Auch wenn meine Persönlichkeit und mein Eishockeyspiel zwei verschiedene Dinge sind, hatte das sicherlich auch Einfluss darauf. Vielleicht macht sich das in meinem Spiel bemerkbar. Ich habe die Jungs schon sagen gehört, dass ich wie ein Erwachsener spiele.“
Lettland, Finnland, Olympia, Deutschland – das ist keine klassische Vita eines 18-Jährigen. Versuchst du deshalb auch schon, Verantwortung auf dem Eis zu übernehmen und in schwierigen Situationen voranzugehen?
Smits: „Natürlich. Man kann aber nicht in jeder Situation der Leader sein. Ich möchte in erster Linie meiner angedachten Rolle gerecht werden. So kann ich dem Team am ehesten helfen, Spiele zu gewinnen. Es muss ins System passen, es geht nicht um mich.“
Du bist ein physischer Verteidiger, der in der finnischen „Liiga“ aber auch immer wieder in der Offensive Akzente gesetzt hat. 13 Scorerpunkte in 38 Spielen ist eine gute Quote für einen Verteidiger – vor allem sechs Treffer. Wie würdest du deinen Stil beschreiben? Was ist dir wichtig?
Smits: „Ich versuche, als Zwei-Wege-Verteidiger zu spielen. Das Wichtigste ist aber immer erst einmal, die Defensivzone zu schließen und meinen Job hinten sauber zu erledigen. Nur dann macht es Sinn, mich auch ins Offensivspiel einzubringen. Ist das der Fall, beteilige ich mich auch vorne gerne am Spiel.“

Es ist kein Geheimnis, dass wir gerade viele Gäste aus Nordamerika zu Besuch haben, die dein Spiel beobachten. Sind die NHL-Scouts etwas, über das du nachdenkst?
Smits: „Nein, ich kenne das ja schon aus Finnland. Ich denke gar nicht mehr darüber nach, denn irgendjemand beobachtet dich immer. Ich fühle mich damit nicht unter Druck gesetzt, ich nehme das Ganze einfach mit einem positiven Gefühl mit.“
Wir haben schon darüber gesprochen, dass dein Leben sich gerade oder eigentlich schon seit Jahren um Eishockey dreht. Was würde es dir bedeuten, im kommenden Sommer in die NHL gedraftet zu werden?
Smits: „Natürlich würde es mir sehr viel bedeuten. Aber bis zum Sommer ist es noch ein langer Weg. Ich versuche, im Moment zu bleiben. Und das bedeutet: Meinem Team dabei zu helfen, in diesem Jahr Meister zu werden. Nach der Saison kann ich an meine Zukunft denken.“
Spürst du mit Blick auf die anstehenden Playoffs schon die richtige Energie in der Kabine?
Smits: „Ja, natürlich. Wir haben zuletzt viel darüber gesprochen. Wir wissen, dass wir im Viertelfinale stehen und versuchen deshalb schon jetzt bereit zu sein und jedes Spiel ernst zu nehmen. Wir haben den Playoff-Modus längst angestellt.“
Bleibt da noch Zeit, abseits des Eises zu entspannen und den Kopf auch mal freizukriegen?
Smits: „Wenn ich so wie jetzt voll auf Hockey fokussiert bin, versuche ich, mich in meiner Freizeit nicht zu sehr ablenken zu lassen. Entspannen, regenerieren und nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Zeit mit anderen Dingen zu verbringen.“
In einem früheren Interview hast du gesagt, dass du in deiner Freizeit gerne Girly Pop und Sängerinnen wie Taylor Swift hörst. Bist du bisher mit der Musik in der Kabine zufrieden?
Smits (lacht): „Das hängt auch immer von der Stimmung ab. Aber bisher bin ich mit unseren Kabinen-DJs nach den Spielen oder Trainings zufrieden. Ich habe keine Beschwerden.“
Du hast die Nummer 23 jetzt schon in verschiedenen Stationen getragen. Steckt eine Geschichte dahinter?
Smits: „Nicht wirklich. Das war meine erste Nummer als Profi. Deshalb versuche ich einfach, sie zu behalten.“
Abschließend: Deine Ziele für die nächsten zwei Monate in drei Wörtern?
Smits: „Deutsche Meisterschaft gewinnen.“

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