„Ja, wir haben eine Chance“: Welchen Weg Ryan Murphy mit den Red Bulls gehen ...
Dienstag, 20. Januar 2026 |

Ryan Murphy über weiteren Weg mit den Red Bulls

„Ja, wir haben eine Chance“: Welchen Weg Ryan Murphy mit den Red Bulls gehen will// AKTUELLESNach dem München-Wechsel im Sommer hat Ryan Murphy längst seinen Platz unter den Top-Verteidigern der PENNY DEL gefunden. Nach der Olympiapause will der Kanadier mit den Red Bulls seine Erfolgsgeschichte weiterschreiben.
Sieht man Ryan Murphy beim Eishockeyspielen zu, kommt man sich manchmal vor, wie in einem Konzertsaal. Der 32-Jährige ist ein Virtuose auf dem Eis, ein Spielmacher mit ganz feinen Händen, Füßen und einer herausragenden Spielintelligenz.
Beweis: Murphy legte in seinen bislang 36 Spielen mit Puck am Schläger bereits 13.059 Meter zurück, davon fast die Hälfte im gegnerischen Drittel. Dahinter folgt Ville Pokka mit 12.384 Metern. Außerdem bringt Murphy fast 90 Prozent seiner Pässe an den Mann. Top-Zahlen!
„Ich habe Ryan zwei Jahre lang in Salzburg erlebt, er ist ein Künstler. Die Plays, die er macht und wie er Eishockey zelebriert, sind schön anzuschauen“, beschrieb Christian Winkler vor einigen Tagen treffend. „Er macht es richtig gut“, lobt unser Managing Director Sports Red Bull Eishockey.
„Ich musste mich erst eingewöhnen“
Mit 28 Punkten ist Murphy der aktuell punktbeste Münchner Abwehrspieler, ligaweit steht er auf Platz acht. Mit seinen 23 Assists liegt er sogar auf Position vier. Doch nicht nur offensiv gehört er zu den Besten. Mit +15, einem starken Wert für einen Offensivverteidiger, liegt er auch in der Plus/Minus-Statistik in unserer Mannschaft weit vorne. Im Klartext: Seit etwa Mitte November ist der ehemalige NHL-Spieler in der Liga voll angekommen.
Ryan Murphys bisherige Highlights bei Red Bull München
Dabei verlief der Saisonstart nicht nur für die Red Bulls, sondern speziell auch für ihn schwierig. „Immer wenn du in eine neue Mannschaft kommst, dann willst du sofort zeigen, was du draufhast. Du willst dir das Vertrauen deines Trainers und deiner Mitspieler verdienen. Aber ich musste mich erst eingewöhnen“, verrät er. Und zwar in Bezug auf ganz simple Dinge: An neue Leute, eine neue Halle, einfach an ein neues Leben.
Gemeinsam zum Erfolg
So kam Murphy zu Beginn nur langsam aus den Startlöchern. Er erinnert sich: „Es war frustrierend für mich, weil ich nicht so gepunktet habe, wie ich das gewohnt war. Aber es ging vielen neuen Spielern von uns ähnlich. Es kein Geheimnis, dass wir am Anfang der Saison sehr inkonstant waren“, schaut er zurück.
Aber nach vielen Stunden Videostudium und harter Arbeit im Training klickte es und unsere Jungs konnten das Spielsystem immer mehr verinnerlichen. „Dann wurden die Dinge einfacher. Wir arbeiten alle zusammen und das brauchst du für individuellen Erfolg“, erklärt Murphy.
Ryan Murphy
Murphy über seinen besonderen Move
Und auch eine ganz spezielle Waffe unserer Nummer 24 kam immer mehr zum Vorschein. Denn Murphy täuscht an der blauen Linie gerne zum Schlagschuss an, um den Puck dann aber hart vor das gegnerische Tor zu passen. „Ich suche immer die Schläger meiner Mitspieler. Das ist einfach ein sehr gefährliches Play und nur schwer zu verteidigen“, betont er. So können die Münchner Stürmer die Scheibe entscheidend abfälschen oder ein anderer Spieler steht frei, da sich der gegnerische Verteidiger in Richtung Puck bewegt.
Unter anderem Patrick Hager war so nach Murphy-Pässen schon mehrfach erfolgreich. „Wir trainieren das oft. Er ist einfach sehr gut darin, den Puck so abzufälschen.“ Problem allerdings: Auch die Gegner haben diesen Trick natürlich längst erkannt. „Die anderen Teams sehen auf Video, dass dieser Spielzug sehr gefährlich ist und versuchen, ihn zu verhindern. Aber wir werden es weiter probieren“, so Murphy augenzwinkernd.
0:1 | Patrick Hager fälscht in Überzahl ab
// IN-GAME-VIDEO
Unterschied zwischen PENNY DEL und ICE Hockey League
Ohnehin hat der Rechtsschütze enorm viel Spaß in der PENNY DEL. Besonders beeindruckt ihn dabei die Leistungsdichte im deutschen Eishockey-Oberhaus. Manchmal sitzt er mit unserem Trainer Oliver David nach den Spielen zusammen und beide sprechen darüber, wie stark jedes einzelne Team ist. „Jede Mannschaft, egal ob an der Tabellenspitze oder weiter unten, spielt ein System. Alle können skaten und checken“, beschreibt er. „Die Top-Teams in Österreich waren auch sehr gut. Aber in Deutschland kann wirklich jede Mannschaft jederzeit mithalten“, lautet sein kurzer Vergleich beider Ligen. Heißt: Jeder kann jeden schlagen.
Titelchancen mit den Red Bulls
Und alle Teams bezwingen wollen natürlich auch die Red Bulls. Und zwar ganz egal, welche ab März in den Playoffs auf uns zukommen. Ein machbarer Plan? Murphys Antwort ist ganz klar: „Zu Einhundert Prozent. Kein Team dominiert uns. Auch Köln haben wir ein paar Mal geschlagen“, macht er klar. Und wie sich Meisterschaften anfühlen, weiß er. Schließlich gewann er in den vergangenen beiden Jahren mit dem EC Red Bull Salzburg jeweils den Titel in Österreich.
Entsprechend ist auch in dieser Saison sein Mindset auf den ultimativen Erfolg ausgerichtet. Aber nicht nur seins. „Jeder von uns denkt seit Saisonbeginn so, wir haben diese Erwartung an uns selbst“, unterstreicht Murphy.
Highlights: EHC Red Bull München vs. Kölner Haie (10.12.2025)
// DEL - HIGHLIGHTS
Und diese ist auch begründet. Denn in den vergangenen Monaten zeigten die Red Bulls, dass sie zur Ligaspitze gehören. Als Tabellendritter sind wir aktuell nur einen Punkt vom Zweiten Mannheim entfernt. Und noch etwas stimmt Murphy zuversichtlich. „Zuletzt hatten wir viele Verletzte, aber wir waren trotzdem ein Top-Team. Wir werden nur noch besser. Wenn wir gesund bleiben und jeder zurück in seinen Rhythmus findet, dann ist es ziemlich beängstigend, wie gut wir sein können.“
Sein eindeutiges Fazit lautet deshalb: „Ja, wir haben eine Chance, den ganzen Weg zu gehen und den Titel zu holen.“
Warum die Pause schwierig ist
Die bevorstehende Olympiapause im Februar sieht Murphy dabei als einen Faktor an, den es nicht zu unterschätzen gilt. Denn während dieser Zeit ruht in der PENNY DEL der Spielbetrieb. Eine so lange Unterbrechung mitten in der Saison ist für Eishockeyprofis natürlich ungewöhnlich. So absolvieren die Red Bulls am 27. Januar bei den Schwenninger Wild Wings ihr vorerst letztes Spiel, ehe es für uns nach den Olympischen Spielen mit dem Heimderby am 25. Februar gegen den ERC Ingolstadt weitergeht. Dazwischen liegen 28 Tage.
„Es ist seltsam“, bestätigt er. „Es ist wichtig, dass man den Körper trotzdem in Bewegung hält. Man muss im Spielmodus bleiben, so gut es geht“, weiß Murphy. Hintergrund: Nach nur noch acht Partien zum Ende der Hauptrunde beginnen schon die Playoffs. „Das ist ein schneller Turnaround. Ich denke das Team, welches es schafft, während der Pause am besten in Form zu bleiben, wird einen Vorteil haben“, so seine Vermutung.
Extra-Motivation nach Heimatbesuch
Murphy selbst wird im Februar trotzdem auch ein paar Tage abschalten. Für ihn geht es für eine Woche in die kanadische Heimat nach Uxbridge, ehe er gemeinsam mit seiner Familie nach München zurückfliegt. Denn diese war bislang noch nicht mit in der bayerischen Landeshauptstadt. So hat er ab Ende Februar wieder seine Liebsten um sich herum - wenn das mal keinen zusätzlichen Push für die heiße Saisonphase gibt!
Murphy
Und dann kann er endlich auch seiner Frau Alisha und seinen beiden kleinen Jungs seine neue Heimat zeigen. Er schwärmt: „Es ist großartig hier, München ist eine wunderschöne Stadt. Die Restaurants sind toll, die Menschen sind sehr freundlich. Und der SAP Garden ist die schönste Arena, in welcher ich seit meiner Zeit in der NHL gespielt habe“, so Murphy nach dem ersten halben Jahr in München.
Ein Roadtrip nach Italien?
Und noch etwas steht im Februar auf seiner To-Do-Liste: Team Canada bei Olympia die Daumen drücken. Er lacht: „Ich lebe zwar in Deutschland, aber es ist hart für mich, den kanadischen Jungen zu verstecken.“ Praktisch zudem ist die Tatsache, dass das Finale am 22. Februar in Mailand stattfindet. Und damit steigt das Endspiel gar nicht so weit weg von München.
„Einer meiner besten Freunde ist der Torhüter von Team Canada, Jordan Binnington (NHL, St. Louis Blues). Wir haben an dem Tag frei und wenn sie es ins Finale schaffen, werde ich wahrscheinlich hinfahren“, lautet sein Plan. Murphy wäre also als Zuschauer live vor Ort. Auf einen Olympiasieger will er sich allerdings nicht festlegen. „Ganz ehrlich: Bei so einem Turnier mit Entscheidungsspielen kann jeder gewinnen.“
Und wer weiß: Vielleicht treffen die Kanadier im Verlauf der Olympischen Spiele ja sogar auf das DEB-Team mit Mathias Niederberger, Fabio Wagner und Tobias Rieder.
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