Das mulmige Gefühl bei hohen Führungen ist übrigens begründet und liegt inzwischen 14 Jahre zurück. Aufhänger: Die DEL-Finalserie im April 2012 zwischen den Adler Mannheim und den Eisbären Berlin, die damals noch im „Best-of-Five“-Format ausgetragen wurde. Die Kurpfälzer lagen in der Serie mit 2:1 vorne und hatten damit zu Hause einen Matchpuck.
Sinn, gebürtiger Mannheimer, erinnert sich: „14 Minuten vor Schluss führte Mannheim mit 5:2, alle waren schon bereit für die Party. Und Berlin ist nochmal zurückgekommen“, erzählt er. Die Eisbären drehten das Spiel komplett, gewannen schließlich noch in der Overtime und sicherten sich in Spiel fünf die Meisterschaft.
Die andere Seite der Medaille – wieder mit Sinn
In der Saison danach spielten die Adler eine hohe Führung leider konsequent zu Ende. Am 12. Oktober 2013 gewann Mannheim mit 9:0 gegen München und fügte uns damit unsere bis heute höchste DEL-Niederlage zu. Auch dort war Sinn, der damals erst neun Jahre alt war, im Stadion mit dabei – wenn auch in komplett anderer Rolle als beim Rekordsieg der Red Bulls beinahe 13 Jahre später. Nämlich als Zuschauer.
„Ich kann mich nicht mehr an so viel erinnern, außer dass es 9:0 ausgegangen ist. Aber ich weiß noch, dass ich das Spiel zusammen mit einem Freund angeschaut habe“, blickt der heute 22-Jährige zurück. „Er hat ein Foto von dem Spielstand gemacht und alle haben sich gefragt, was dort abgeht.“
„Wollen nochmal eine Schippe drauflegen“
Aber dies ist freilich Vergangenheit, heute zählt nur das Hier und Jetzt. So kündigte Sinn, der bis zur U16 im Mannheimer Nachwuchs spielte, bereits im vergangenen September kurz vor Saisonstart an: „Ich bin jetzt Münchner und gegen Mannheim werde ich meinen Körper genauso reinschmeißen wie gegen jedes andere Team. Wahrscheinlich werde ich sogar extra hart spielen gegen Mannheim, einfach weil es meine Heimatstadt ist.“ Und das hat sich nach den drei Duellen gegen seinen Jugendverein in der Hauptrunde, eine Partie verpasste er verletzt, bewahrheitet. „Vor allem jetzt in den Playoffs. Wir wollen nochmal eine Schippe drauflegen“, versprach er.