Zwei historische Club-Extreme: Zeitzeuge Phillip Sinn mittendrin
Mittwoch, 18. März 2026 |

EHC Red Bull München: Abwehr-Youngster Phillip Sinn blickt auf die Playoffs

Zwei historische Club-Extreme: Zeitzeuge Phillip Sinn mittendrinAbwehr-Youngster blickt auf die Playoffs// AKTUELLESPhillip Sinn kennt beide Extreme: Unser Verteidiger hat sowohl unsere höchste DEL-Niederlage als auch den höchsten Sieg unserer Clubgeschichte live miterlebt. Jetzt will er mit den Red Bulls in den Playoffs den Titel holen. Wie das geht, weiß er.
Die letzten beiden Heimspiele der Hauptrunde hielten für Phillip Sinn noch einmal zwei Highlights parat. Zum einen stand unser Abwehr-Youngster beim historischen 10:1-Derbyerfolg über die Straubing Tigers mit auf dem Eis. Zum anderen erzielte er fünf Tage zuvor gegen die Löwen Frankfurt im 35. Spiel endlich sein erstes DEL-Tor.
2:2 | Phillip Sinn gleicht mit seinem ersten DEL-Tor aus
// IN-GAME-VIDEO
Damit geht Sinn mit viel Selbstbewusstsein und ordentlich Rückenwind in die Playoff-Viertelfinalserie ab dem 24. März gegen den ERC Ingolstadt.
Eine prägende Erinnerung
Dabei war ihm der höchste DEL-Sieg unserer Clubgeschichte lange Zeit nicht geheuer. „Ich muss gestehen, dass ich ziemlich misstrauisch war. Ich habe lange damit gerechnet, dass Straubing nochmal zurückkommt“, gestand er. Im Laufe des zweiten Drittels änderte sich dies. „Da war ich mir dann sicher, dass wir das Spiel gewinnen“, so Sinn.
Highlights: EHC Red Bull München vs. Straubing Tigers (13.03.2026)
// DEL - HIGHLIGHTS
Das mulmige Gefühl bei hohen Führungen ist übrigens begründet und liegt inzwischen 14 Jahre zurück. Aufhänger: Die DEL-Finalserie im April 2012 zwischen den Adler Mannheim und den Eisbären Berlin, die damals noch im „Best-of-Five“-Format ausgetragen wurde. Die Kurpfälzer lagen in der Serie mit 2:1 vorne und hatten damit zu Hause einen Matchpuck.
Sinn, gebürtiger Mannheimer, erinnert sich: „14 Minuten vor Schluss führte Mannheim mit 5:2, alle waren schon bereit für die Party. Und Berlin ist nochmal zurückgekommen“, erzählt er. Die Eisbären drehten das Spiel komplett, gewannen schließlich noch in der Overtime und sicherten sich in Spiel fünf die Meisterschaft.
Die andere Seite der Medaille – wieder mit Sinn
In der Saison danach spielten die Adler eine hohe Führung leider konsequent zu Ende. Am 12. Oktober 2013 gewann Mannheim mit 9:0 gegen München und fügte uns damit unsere bis heute höchste DEL-Niederlage zu. Auch dort war Sinn, der damals erst neun Jahre alt war, im Stadion mit dabei – wenn auch in komplett anderer Rolle als beim Rekordsieg der Red Bulls beinahe 13 Jahre später. Nämlich als Zuschauer.
„Ich kann mich nicht mehr an so viel erinnern, außer dass es 9:0 ausgegangen ist. Aber ich weiß noch, dass ich das Spiel zusammen mit einem Freund angeschaut habe“, blickt der heute 22-Jährige zurück. „Er hat ein Foto von dem Spielstand gemacht und alle haben sich gefragt, was dort abgeht.“
„Wollen nochmal eine Schippe drauflegen“
Aber dies ist freilich Vergangenheit, heute zählt nur das Hier und Jetzt. So kündigte Sinn, der bis zur U16 im Mannheimer Nachwuchs spielte, bereits im vergangenen September kurz vor Saisonstart an: „Ich bin jetzt Münchner und gegen Mannheim werde ich meinen Körper genauso reinschmeißen wie gegen jedes andere Team. Wahrscheinlich werde ich sogar extra hart spielen gegen Mannheim, einfach weil es meine Heimatstadt ist.“ Und das hat sich nach den drei Duellen gegen seinen Jugendverein in der Hauptrunde, eine Partie verpasste er verletzt, bewahrheitet. „Vor allem jetzt in den Playoffs. Wir wollen nochmal eine Schippe drauflegen“, versprach er.
Grafik Playoff-Motto "WE RUN THIS TOWN"
So wie mit dem EC Red Bull Salzburg in den vergangenen beiden Jahren. Denn der Linksschütze gewann in der Mozartstadt zusammen mit Ryan Murphy, Philipp Krening und unserem Trainer Oliver David jeweils die Meisterschaft der ICEHL. Vor allem der erste Titel hatte dabei eine spezielle Geschichte. „Da haben wir in Spiel sieben im Finale in Klagenfurt gewonnen. Das war quasi mein Durchbruch und einfach eine geile Zeit“, erzählt er.
Zwei Tordebüts in einer Saison
Auch in seinem ersten vollen PENNY DEL-Jahr hinterließ Sinn einen tollen Eindruck, der ihn sogar bis in die Nationalmannschaft führte. Im November trug er beim Deutschland Cup in Landshut erstmals das DEB-Trikot und traf beim 4:1-Sieg gegen Lettland sofort in seinem ersten Länderspiel.
Vier Monate später feierte er durch einen satten Schlagschuss gegen Frankfurt dann auch seine Torpremiere in Deutschlands höchster Spielklasse. „Das war ein tolles Gefühl, ein bisschen Erleichterung war auch dabei. Dazu war es ja auch noch ein relativ wichtiges Tor zum Ausgleich. Ich habe mich sehr gefreut“, beschrieb Sinn den besonderen Nachmittag.
„Glaube, dass ich mich gut entwickelt habe“
Überhaupt ist er mit seiner bisherigen Saison zufrieden. Als U23-Defensivspieler zeigte er starke und konstante Leistungen. „Ich denke, dass ich einen Schritt gemacht habe. Der Anfang der Saison lief sehr gut, dann habe ich mich leider verletzt. Das hat es ein bisschen schwieriger gemacht. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass ich mich dieses Jahr gut entwickelt habe.“
Gut möglich, dass dies auch die NHL-Scouts registriert haben. Diese beobachten regelmäßig unser Top-Talent Alberts Smits bei unseren Spielen. Es wäre nicht überraschend, wenn auf den Notizblöcken der Talentspäher inzwischen auch der Name von Phillip Sinn auftauchen würde.
„WE RUN THIS TOWN“ – Die „geilste“ Zeit des Jahres beginnt!
„WE RUN THIS TOWN“ – Die „geilste“ Zeit des Jahres beginnt!// AKTUELLES
Termine, Spielmodus, Tickets: Das müsst ihr zu den Playoffs wissen
Termine, Spielmodus, Tickets: Das müsst ihr zu den Playoffs wissen// AKTUELLES
Höchster DEL-Sieg, bayerischer Meister und Zuschauerrekord: Das war unsere Ha...
Mit Video
Höchster DEL-Sieg, bayerischer Meister und Zuschauerrekord: Das war unsere Hauptrunde// HIGHLIGHTS