NHL-Draft sorgte für „Blackout“
Schließlich sind Siege und Triumphe für jeden Sportler noch immer das Allergrößte. „Die Meisterschaft mit Berlin war schon ziemlich cool“, blickt Fontaine auf sein erstes Jahr in Deutschland zurück. Außerdem nennt der Offensivspieler noch zwei weitere Highlights in seiner Laufbahn. Zum einen gewann er 2016 mit den Rouyn-Noranda Huskies die QMJHL, eine der drei kanadischen Top-Juniorenligen. Für den Memorial Cup, die offizielle Juniorenmeisterschaft im Mutterland des Eishockeys, reichte es anschließend aber nicht. „Im Finale haben wir leider in der Overtime gegen die London Knights mit Mitch Marner, Evan Bouchard und Matthew Tkachuk verloren. Es war trotzdem ein tolles Jahr“, erinnert er sich.
Ein besonderer Tag in seinem Leben war außerdem der 25. Juni 2016. An diesem Datum wurde er im damaligen First Niagara Center in Buffalo von den New York Rangers in der sechsten Runde an Position 171 gedraftet. Fontaine war mit seinen Eltern vor Ort. „Als ich meinen Namen hörte, hatte ich eine Art Blackout. Ich erinnere mich nicht mehr an alles, aber es war unglaublich“, so Fontaine mit einem Lachen über den wohl emotionalsten Moment für jeden Nachwuchsspieler.
Eine besondere Ehre – auch ohne NHL-Spiel
Einen Einsatz in der NHL bekam er in den Jahren danach allerdings nicht, wurde stattdessen in der AHL eingesetzt. Aus seiner Sicht verlief die Zeit nach dem Draft unglücklich. „Als junger Spieler wartest du auf deine Chance. Und als mein Fenster aufging, habe ich mich zwei Jahre in Folge verletzt. Es war einfach Pech“, meinte er. Immerhin durfte er für die Rangers in ein paar Testspielen im legendären Madison Square Garden auflaufen – vor den Augen seiner Familie. Fontaine schwärmt: „Es war zwar nur in der Vorbereitung, aber es war trotzdem eine tolle Erfahrung, dieses Trikot zu tragen. Die Geschichte und Kultur der Rangers sind einmalig.“
Ein Idol in der Familie
Doch auch die Montreal Canadiens, sein favorisiertes NHL-Team, gehören zu den ruhmreichsten Vereinen der Welt. Dass Fontaine mit den „Habs“ mitfiebert, ist kein Wunder. Schließlich ist er in Montreal (Quebec) geboren und aufgewachsen. Und so, wie könnte es anders sein, verliebte er sich als jüngstes von drei Kindern schon früh in unsere Sportart. „Ich habe noch einen älteren Bruder und eine ältere Schwester. Mein Bruder hat auch Eishockey gespielt. Als ich jünger war, wollte ich wie er sein. Er war mein erstes Vorbild“, erzählt Fontaine. „Mein Vater hat in unserem Garten hinter dem Haus eine Eisfläche gebaut, so bin ich den Fußspuren meines Bruders gefolgt. Und so bin ich auch zum Eishockey gekommen.“
Richtig überwältigt war Fontaine, als er sein erstes NHL-Spiel live sah. „Dieses Niveau, diese Geschwindigkeit und einfach zu sehen, wie sie schießen“, zählt er auf. Damals besonders im Fokus: Montreals legendärer finnischer Kapitän Saku Koivu, der die Canadiens von 1999 bis 2009 als erster Europäer anführte. „Er war der beste Spieler dort und hatte einen besonderen Stellenwert“, so Fontaine.