
Friday, 05. June 2026 |
EHC Red Bull München: Dominik Kahun im Interview - Teil 2
Dominik, du bist 2018 im Alter von 22 Jahren in die NHL zu den Chicago Blackhawks gewechselt. Wie war das Gefühl, als du dir diesen Lebenstraum erfüllen konntest?
Dominik Kahun: „Um ehrlich zu sein, war das eine ganz, ganz schwere Entscheidung für mich. Ich hatte hier so viel Spaß und habe es so genossen, ein Teil von dieser Mannschaft zu sein. Jeder Eishockeyspieler träumt schon als kleiner Junge davon, mal in der NHL spielen zu können oder mit der Nationalmannschaft bei Olympia dabei zu sein. Als es so weit war – und da bin ich sehr dankbar für die Hilfe meiner Teamkollegen in München – musste ich dann gehen, um mir diesen Traum zu erfüllen.“
Wie verliefen die Jahre in der weltbesten Liga aus deiner Sicht?
Kahun: „Es war eine besondere Zeit für mich in der NHL. Vor allem in Chicago, als ich als Rookie mit Spielern wie Patrick Kane oder Jonathan Toews zusammengespielt habe, die du davor nur von YouTube-Clips oder der Xbox kanntest. Das war eine wahnsinnig coole Zeit. Rückblickend hatte ich wirklich Glück, dass ich mit den Besten der Besten zusammenspielen durfte. Neben den beiden stand ich auch mit Sidney Crosby, Evgeni Malkin, Connor McDavid oder Leon Draisaitl auf dem Eis. Da konnte ich viele Erfahrungen sammeln und mir Dinge von Ausnahmespielern abschauen.“
Teil 2: Dominik Kahun spricht über seinen außergewöhnlichen Werdegang
// INTERVIEW
Kannst du dich an einen Moment erinnern, der dich in deiner Zeit dort besonders geprägt hat?
Kahun: „Mein erstes NHL-Spiel und mein erstes NHL-Tor werde ich nie vergessen. Auch das Winter Game Chicago gegen Boston vor 85.000 Zuschauern, wenn ich mich nicht täusche, so etwas geht dir nicht mehr aus dem Kopf. Nach meinem Trade zu den Pittsburgh Penguins gab es eine Geschichte. Meine Frau hat mich nach einem Spiel morgens geweckt und gefragt, ob wir gemeinsam frühstücken gehen wollen. Ich war völlig müde und hab mehrfach nein gesagt, irgendwann hab ich dann gefragt, warum sie unbedingt will und sie sagte: ‚Die Frau von Sidney Crosby hat gefragt, ob wir nicht zu viert frühstücken wollen‘. Da war es dann für mich keine Frage mehr und bin aus dem Bett gesprungen (schmunzelt). Das macht ihn aus: Er nimmt sich für jeden Zeit, will jeden kennenlernen – einfach ein Leader für das gesamte Team. Das konnte ich mir abschauen.“
Nach deiner Zeit in Nordamerika ging es für dich in die Schweiz. Wie unterscheiden sich die Eishockey-Kulturen in Deutschland, den USA und der Schweiz aus deiner Sicht?
Kahun: „Die NHL ist mit Abstand die beste Liga der Welt. Mit all den Top-Spielern, die dort spielen, ein höheres Niveau gibt es nicht. Auch die Bedeutung von Eishockey, wie groß es in Nordamerika ist, war faszinierend zu sehen. Ich stand dann wieder vor der Entscheidung, ob ich drüben bleibe oder zurück nach Europa gehe, um wieder eine größere Rolle in meinem Team spielen zu können. Der Schritt nach Bern war eine gute Entscheidung. Ich konnte wieder mein Eishockey spielen, hab zu meinem Spiel zurückgefunden und mich dort auch super wohl gefühlt. Wir wurden toll aufgenommen – auch von den Fans. Bern wird immer in meinem Herzen bleiben. Ein großes Ziel von mir war die Meisterschaft in der Schweiz. Mit Lausanne waren wir in der vorletzten Saison auch ganz nah dran, haben es dann leider nicht geschafft. Aber auch dort habe ich viele tolle Leute kennengelernt. Die Schweiz war eine Zeit, für die ich sehr dankbar bin.“
Was Dominik Kahun darüber hinaus über seine einzelnen Stationen und vor allem über seine acht WM- sowie drei Olympia-Teilnahmen und die Erfolge mit der Nationalmannschaft erzählt, erfahrt ihr im Video. Der dritte und letzte Teil unseres großen Comeback-Interviews erscheint dann in der kommenden Woche.
Teil 1: Dominik Kahun spricht über seine Rückkehr nach München
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